Ja, ich will! Da, hocu!

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Zeitungsartikel BISS – Mai 2017

Auf den Münchner Standesämtern hieß es im vergangenen Jahr 4922-mal „Ja, ich will“. Bei mehr als 1500 Paaren hatte einer oder hatten beide Partner ausländische Wurzeln. Wir haben uns umgehört, wie in München geheiratet wird und wohin es Münchner zieht, wenn sie es etwas ungewöhnlicher möchten. z.B. bei einer deutsch-kroatischen Hochzeit. Erzählt von DJ Bozidar Miksa.

Bei kroatischen Hochzeiten gilt: Wenn die
Musik mies ist, ist das Fest im Eimer. Als
DJ braucht man da echtes Insiderwissen.
Ich bin in der Nähe von Stuttgart geboren,
meine Eltern sind beide aus Kroatien.
Schon als Kind habe ich angefangen, Musik
zu sammeln: Vor dem Fernseher habe
ich die Hitparade mit Dieter Thomas Heck
mitgeschnitten. Später habe ich dann Platten
gesammelt, irgendwann kamen CDs
dazu. Während des Studiums war das alles
ein Hobby. Ich habe einen Abschluss in
BWL, nach der Uni habe ich als Manager
in der Softwarebranche gearbeitet, es war
die Zeit der New Economy. Ich bin durch
die halbe Welt gejettet, Headhunter haben
bei mir angerufen, und ich habe gut verdient.
Doch als dann die zweite Firma pleiteging,
habe ich beschlossen, dass ich etwas
Eigenes aufmachen will, nichts mit IT
und Management, sondern etwas, das mir
wirklich am Herzen liegt: die Musik. Meine
Freundin hat die Hände über dem Kopf
zusammengeschlagen, aber ich habe einen
Business-Plan erstellt, Werbung geschaltet,
und bald hatte ich meinen ersten Job
bei einer Hochzeit. So ging das dann fünf
bis sechs Jahre. Nebenher habe ich meine
eigene Partyreihe organisiert, „edel aufgelegt“.
Ich trete auch auf Firmenfeiern auf
und bei anderen niveauvollen Events. Mittlerweile
habe ich mir einen sehr guten Ruf
erarbeitet. Irgendwann habe ich mich aber
an meine kroatischen Wurzeln erinnert und
angefangen, auch auf kroatischen Hochzeiten
aufzulegen – und das ist, wie gesagt,
eine echte Herausforderung: einmal, weil
die Gäste manchmal schon nach Kaffee
und Kuchen Stimmung wollen. Dann aber
auch, weil Kroatien verschiedene Regionen
mit ganz unterschiedlicher Musik und
vielen Einflüssen aus dem ehemaligen Jugoslawien
hat. Manche Wunden aus dem
Krieg sind noch nicht verheilt, da muss man
aufpassen, dass man nicht die falsche Musik
aus der falschen Region oder mit dem
falschen Text spielt. Kroatische Musik ist
außerdem hochemotional. Ich als DJ bin
wie ein Dirigent, ich kann die Gäste über
Stunden in Richtung Höhepunkt spielen
und die Stimmung nach oben oder nach unten
korrigieren. Auch wenn der Sliwowitz
in Strömen fließt, kann ich nichts trinken,
sonst geht die Konzentration verloren. Gegen
Mitternacht wird fast immer ein Spanferkel
serviert, danach drehe ich noch mal
auf, und dann, am Schluss, kommen die
Rausschmeißer: langsame, sentimentale
Balladen, die meist von Heimatliebe handeln.
Bei deutschen Hochzeiten würden
alle Gäste spätestens nach einem solchen
Lied gehen, bei Kroaten ist das anders, die
liegen sich alle in den Armen, singen laut
mit und tanzen bis zum Morgengrauen.

 

 

 

 

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